Foto: Urheber: Klaus Erhardt (SA)
Gesundheit und Beauty: Vitalität aus der Olive
Wie wirkt sich Olivenoel auf unsere Blutgefaesse aus?
Kurzfristig und langfristig zeigt Olivenöl zwei unterschiedliche Gesichter an den Innenwänden unserer Blutgefäße.
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Key Facts & Highlights
- Nach einer einzelnen fettreichen Mahlzeit zeigt sich bei praktisch jedem Fett, auch Olivenöl, eine vorübergehende, leichte Verschlechterung der Gefäßfunktion
- Bei regelmäßigem, wochenlangem Konsum von polyphenolreichem Olivenöl zeigen mehrere Studien dagegen eine Verbesserung der Gefäßinnenwand-Funktion
- Ein Pflanzenstoff namens Oleuropein soll die Bildung von gefäßerweiterndem Stickstoffmonoxid anregen, was mit einer moderaten Blutdrucksenkung in Verbindung gebracht wird
- Reine Zellkultur-Studien liefern teils widersprüchliche Ergebnisse und lassen sich nicht direkt auf den lebenden Menschen übertragen
- Eine Studie fand, dass Olivenöl die Blutgefäße zusätzlich gegen die schädliche Wirkung von Feinstaub schützen kann
Blutgefäße sind innen mit einer hauchdünnen Zellschicht ausgekleidet, die weit mehr tut, als nur eine Röhre zu bilden. Diese Innenschicht steuert, wie weit sich ein Gefäß öffnet oder verengt, sie beeinflusst die Blutgerinnung und spielt eine wichtige Rolle dabei, ob sich Ablagerungen an der Gefäßwand bilden können. Bei Olivenöl zeigt die Forschung hier ein Ergebnis, das auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, aber gut erklärbar ist, sobald man zwischen kurzfristiger und langfristiger Wirkung unterscheidet. Direkt nach einer einzelnen fettreichen Mahlzeit lässt sich bei den meisten Menschen für einige Stunden eine leicht verminderte Weitungsfähigkeit der Blutgefäße messen. In einer bekannten Untersuchung zeigte sich dieser Effekt nach einer Mahlzeit mit Olivenöl genauso wie nach einer Mahlzeit mit Soja- oder Palmöl, es handelt sich also nicht um eine Besonderheit von Olivenöl, sondern um eine allgemeine, vorübergehende Reaktion auf eine größere Menge Fett, unabhängig von der Fettquelle.Ein möglicher Erklärungsansatz für die langfristig positive Wirkung betrifft einen Botenstoff namens Stickstoffmonoxid, den die innere Gefäßwand selbst herstellt und der die Blutgefäße entspannt und weitet. Bestimmte Pflanzenstoffe im Olivenöl, insbesondere Oleuropein, sollen die Bildung dieses Botenstoffs anregen, was auch erklären könnte, warum regelmäßiger Konsum von hochwertigem Öl in Studien mit einer moderaten Senkung des Blutdrucks einhergeht. Nicht jede Untersuchung zu diesem Thema fällt jedoch eindeutig aus, was zu einer durchaus ernstzunehmenden wissenschaftlichen Diskussion geführt hat.Ein weiterer, weniger bekannter Aspekt betrifft den Schutz vor Umweltbelastung. Eine Untersuchung mit gesunden Erwachsenen fand, dass eine vierwöchige tägliche Einnahme von Olivenöl die Blutgefäße besser vor den kurzfristig schädlichen Effekten stark verschmutzter, feinstaubbelasteter Luft schützte als bei Personen ohne diese Nahrungsergänzung. Freie Radikale aus verschmutzter Luft gelten als eine der Ursachen, die die Funktion der Gefäßinnenwand beeinträchtigen können, und die im Öl enthaltenen antioxidativen Pflanzenstoffe scheinen dem zumindest teilweise entgegenzuwirken.
Kurzfristig anders als langfristig:
Wichtig ist, diese kurzfristige Reaktion nach einer einzelnen Mahlzeit nicht mit der Wirkung von regelmäßigem, über Wochen fortgesetztem Olivenölkonsum zu verwechseln. Mehrere kontrollierte Untersuchungen, unter anderem eine mit 50 Teilnehmenden mit erhöhten Blutfettwerten, fanden nach mehrwöchigem, täglichem Verzehr von polyphenolreichem Olivenöl eine messbare Verbesserung der Gefäßfunktion, erkennbar unter anderem an einer besseren Durchblutung nach kurzzeitiger Unterbrechung der Blutzufuhr. Der entscheidende Unterschied lag dabei am Polyphenolgehalt, ein Öl mit deutlich weniger dieser Pflanzenstoffe zeigte den positiven Effekt nicht in gleicher Stärke.Eine kritische Stimme aus dem Labor:
Ein deutscher Pharmakologe wies Anfang der 2010er Jahre auf Zellkultur-Untersuchungen hin, nach denen hohe Konzentrationen von Ölsäure bestimmte Prozesse in Gefäßinnenwand-Zellen auslösen könnten, die eher zu deren Absterben und einer durchlässigeren Gefäßwand passen. Fachleute der Deutschen Herzstiftung widersprachen dem deutlich und verwiesen darauf, dass reine Zellkultur-Versuche die Verdauung und den Stoffwechsel im echten Körper nicht abbilden und deshalb allein keine verlässliche Aussage über Krankheitsrisiken erlauben. Diese Auseinandersetzung zeigt, dass auch bei einem gut erforschten Thema wie Olivenöl nicht jede Einzeluntersuchung in dieselbe Richtung zeigt, und dass Laborversuche an Zellen etwas anderes prüfen als Studien am ganzen Menschen.Key Facts & Highlights
An den Blutgefäßen zeigt Olivenöl zwei Gesichter gleichzeitig, kurzfristig eine Mahlzeit wie jede andere fetthaltige Mahlzeit, langfristig, bei regelmäßigem und hochwertigem Konsum, ein Plus für die Gefäßinnenwand.
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