Foto: Urheber: Klaus Erhardt (SA)
Gesundheit und Beauty: Vitalität aus der Olive
Wie wirkt sich Olivenoel auf Leber und Darm aus?
Von der Fettleber bis zu entzündlichen Darmerkrankungen - was Olivenöl für zwei zentrale Verdauungsorgane leisten kann und wo die Grenzen liegen.
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Key Facts & Highlights
- Fettleber betrifft schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen, oft ohne spürbare Beschwerden
- Eine olivenölreiche, mediterrane Ernährung senkt in mehreren Studien nachweislich das Leberfett und die Leberwerte im Blut
- Eine Studie mit rund 25.000 Teilnehmenden verbindet einen hohen Anteil der Hauptfettsäure aus Olivenöl mit einem geringeren Risiko für Colitis ulcerosa
- Im Labor lösten andere, in Fertigprodukten häufige Fettsäuren Darmentzündungen aus, die Olivenöl-Fettsäure nicht
- Bei bestehendem Morbus Crohn ging eine mediterrane Ernährung mit Olivenöl über sechs Monate mit weniger Beschwerden einher, als unterstützende Maßnahme, nicht als Behandlung
Leber und Darm bekommen von jeder Mahlzeit etwas ab, die Leber verarbeitet, was aus dem Darm ins Blut gelangt, der Darm entscheidet, was überhaupt aufgenommen wird. Bei beiden Organen zeigt sich bei Olivenöl ein ähnliches Muster, moderate, regelmäßige Mengen im Rahmen einer insgesamt ausgewogenen Ernährung wirken sich günstig aus, ein einzelner Löffel Öl verändert dagegen wenig. Bei der Leber geht es vor allem um eine sehr verbreitete Erkrankung, bei der sich zu viel Fett in den Leberzellen ansammelt, ohne dass Alkohol die Ursache ist. Diese sogenannte Fettleber betrifft schätzungsweise ein Fünftel bis ein Drittel aller Erwachsenen, oft ohne spürbare Beschwerden, aber mit dem Risiko, sich über Jahre zu einer ernsteren Lebererkrankung zu entwickeln. Eine für Betroffene wichtige Studie aus Neapel prüfte, wie sich eine Ernährung mit nativem Olivenöl extra, Fisch und Nüssen auf das Fett in der Leber auswirkt, und fand nach einigen Wochen eine deutliche Verringerung des Leberfetts. Mehrere weitere Untersuchungen bestätigen, dass eine an Olivenöl reiche, mediterrane Ernährungsweise mit weniger Leberfett, niedrigeren Leberwerten im Blut und einer insgesamt ruhigeren, weniger entzündeten Leber einhergeht.Im Darm ist die Forschungslage überraschend differenziert, gerade bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, bei denen sich der Darm über Jahre immer wieder entzündet. Eine große Beobachtungsstudie mit rund 25.000 Teilnehmenden fand, dass Menschen mit einem hohen Anteil der im Olivenöl reichlich enthaltenen einfach ungesättigten Fettsäure ein geringeres Risiko für Colitis ulcerosa hatten. Eine österreichische Forschungsgruppe konnte zudem im Labor zeigen, warum das plausibel ist. Andere Arten von Fett, wie sie in vielen industriell verarbeiteten Ölen und Fertigprodukten stecken, können in Darmzellen einen entzündungsfördernden Prozess auslösen, der dem Bild von Morbus Crohn ähnelt. Die im Olivenöl vorherrschende Fettsäure löste diesen Effekt in derselben Untersuchung nicht aus.Für Menschen, die bereits an Morbus Crohn erkrankt sind, zeigte eine klinische Untersuchung zudem, dass eine mediterrane Ernährung mit Olivenöl über sechs Monate bei übergewichtigen Betroffenen mit einer Besserung der Beschwerden einherging, parallel zu einem sinkenden Körpergewicht. Das ist ein ernährungsbezogener, unterstützender Effekt, keine Behandlung des akuten Krankheitsschubs, die weiterhin ärztlich erfolgen muss.
Was Leberwerte eigentlich zeigen:
Wenn Leberzellen gereizt oder geschädigt sind, geben sie bestimmte Eiweißstoffe ins Blut ab, die sich mit einer einfachen Blutuntersuchung messen lassen. Sinken diese Werte, spricht das für eine weniger belastete Leber. Eine mediterrane Ernährungsweise mit Olivenöl als Hauptfettquelle senkt diese Werte in mehreren Studien zuverlässig, wichtig ist dabei aber immer die Kombination mit weniger Zucker, weniger verarbeiteten Lebensmitteln und ausreichend Bewegung. Olivenöl allein, zusätzlich zu einer sonst unveränderten Ernährung, ersetzt diese anderen Bausteine nicht.Nicht jedes Fett verhält sich im Darm gleich:
Fette werden grob in zwei große Gruppen eingeteilt, je nachdem wie ihre Bausteine chemisch aufgebaut sind. Die eine Gruppe, reichlich vertreten in Olivenöl, scheint Darmzellen eher zu schonen. Die andere Gruppe, häufig in industriell verarbeiteten Pflanzenölen und Fertiggerichten enthalten, kann unter bestimmten Bedingungen Entzündungsprozesse im Darm anstoßen. Das bedeutet nicht, dass diese anderen Fette grundsätzlich ungesund sind, es zeigt aber, dass pauschale Aussagen wie gesundes Pflanzenöl wenig aussagen, ohne genauer hinzuschauen, um welches Fett es sich handelt.Key Facts & Highlights
Weder für die Leber noch für den Darm ist Olivenöl ein Mittel gegen eine bestehende Erkrankung, aber in beiden Fällen spricht einiges dafür, dass es im Rahmen der täglichen Ernährung eher schont als belastet.
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