AGURELEO.DE

"Nimm Salz wie ein Geizhals, Essig wie ein Weiser, Olivenöl wie ein Verschwender..."

Das Wissensportal von maroulia.de

Als Weihnachtsgruss habe ich meinen Kunden folgenden E-Mail-Newsletter geschrieben, den ich hier auszugsweise wiedergeben möchte:

Es ist nun an der Zeit, Ihnen für dieses geschenkte Vertrauen etwas zurückzugeben.
Als ich diese Zeilen schrieb, war mir noch nicht klar, wie umfangreich dieses Projekt werden würde.

Dreissig Jahre – ein weiter Weg

Von meinen ersten Versuchen, meinen Nachbarn bei der Olivenernte zu helfen, ohne der griechischen Sprache wirklich mächtig zu sein, bis heute – dreissig Jahre später – bin ich einen weiten Weg gegangen. Zusammen mit allen Freunden und Nachbarn, ohne deren Begleitung dieses Wissensportal nicht entstanden wäre.

Schnell wurde uns klar: Die griechischen Bauern, diese wundervollen, offenen, freigiebigen Menschen, die ihr Leben lang hart arbeiten müssen, bekommen für ihr Produkt – dieses flüssige Gold – bei weitem nicht den Lohn, den sie eigentlich verdienen.

Vom Kulturgut zur Massenware

Seit Jahrtausenden ist Olivenöl eines der begehrtesten, komplexesten und gesundheitlich wertvollsten Lebensmittel weltweit – und wegen seiner mühsamen Herstellung auch eines der knappsten. Mit Olivenöl werden Könige gesalbt; sein Zweig ist das Friedenssymbol schlechthin, das nach der Sintflut für den Neuaufbruch der Menschheit stand. Mit dem Olivenzweig wurden die Sieger der Olympischen Spiele bekränzt, und schon zu Homers Zeiten fand sich das Öl in den Kavernen der Königspaläste.

Und heute?

Olivenöl hat einen Marktpreis, der – um eine deutsche Analogie zu bemühen – dem Sammeln von Äpfeln auf einer Streuobstwiese entspricht. Es lohnt sich wirtschaftlich kaum noch. Angesichts einer Massenware von oft unsäglicher Qualität, die sich auf dem Niveau von Tetra-Pak-Weinen aus dem Supermarkt bewegt, hat es das wahre Olivenöl immer schwerer, sich auf dem Markt zu behaupten.

1995 haben wir uns mit einigen unserer Nachbarn zusammengetan, das erste Olivenöl im Wohnmobil nach Deutschland gebracht und zunächst auf Wochenmärkten in unserer Heimat verkauft. Ziel war immer, für uns und unsere griechischen Freunde das Beste aus unserem Olivenöl herauszuholen – in jeder Hinsicht.

Was ein Olivenbauer wissen muss

Im Laufe der Jahre durfte ich mir alles aneignen, was ein griechischer Olivenbauer wissen muss. Angefangen als derjenige, der herabgefallene Oliven von Blättern befreit und beim Einsacken hilft, bin ich aufgestiegen bis zum Kladeftis – dem Olivenbaumschneider. Es war ein weiter Weg: Die alten Griechen lassen nicht leicht von ihren Privilegien ab.

Leider – oder glücklicherweise – habe ich neben meiner Liebe zu den Olivenbäumen meine Vergangenheit als Softwareanalytiker und Systemarchitekt in den Genen. Ich muss alles systematisch angehen.

Deshalb hat mich immer alles rund um das Thema Olivenöl interessiert. Lange vor den Zeiten der KI habe ich eine Datenbank und ein Wissen zusammengetragen, von dem ich jetzt feststelle, dass es doch sehr umfangreich ist. Angefangen mit den Themen des Olivenanbaus – mit allen damit verbundenen Problemlagen von Olivenkrankheiten bis zur EU-Politik – versuche ich nun, mein Wissen in diesem Projekt systematisch darzustellen. Insbesondere die Beantwortung von Kundenanfragen ist im Laufe der Jahre zu einem praktischen Wegweiser für den Gebrauch von Olivenöl in all seinen Varianten geworden.

Das Beste zuerst: Agureleo

Was unseren Qualitätsanspruch betrifft, habe ich von meinen griechischen Bauern gelernt, dass bei der Olivenölproduktion das Allerbeste am Anfang steht: das Agureleo. Dieses Öl ist die Crème de la Crème, das Sahnehäubchen des Olivenöls.

Natürlich weiß jeder Olivenbauer, dass er am Anfang der Ernte noch wenige Oliven pflückt und der Ertrag gering ist. Das spielt wirtschaftlich eine besondere Rolle, weil der Preis für das Olivenöl erst im Mai festgelegt wird – wenn die gesamte Ernte längst gelaufen ist. Das heißt: Wer früh erntet, bekommt denselben Preis wie für das spätere Öl, das die große Menge bringt.

Warum fängt der kluge Olivenbauer also nicht erst dann an zu ernten, wenn die Saison schon weit fortgeschritten ist? Aus ökonomischen Gründen macht das keinen Sinn. Des Rätsels Lösung ist ganz einfach: Die Erntesaison ist derart lang, dass er früh anfangen muss, um mit seinen Bäumen überhaupt durchzukommen. Aus diesem Grund behält er das beste Öl – das am Anfang gepresst wird und kaum Ertrag bringt – für sich. Und das isst er täglich zu Hause, in großen Mengen.

Der Olivenölverbrauch eines griechischen Kleinbauern ist enorm. In manchem Apothiki – was auf Griechisch eigentlich Lagerraum bedeutet – stehen mehrere große Blechfässer zu 200 Litern. Der Vergleich trifft es ziemlich gut: Agureleo ist die Sahne des Olivenöls.

In all den Jahren habe ich versucht, unser Olivenöl als Agureleo nach Deutschland zu bringen. Nicht immer ist es mir gelungen – manchmal war es einen Tick zu spät – aber generell ist dieses Öl einfach Spitzenklasse.

Dank

Die Artikel in dieser Sammlung sind über Jahre entstanden. Vor der Niederschrift wurden sie noch einmal sachlich geprüft und sorgfältig redigiert.

Mein Dank gilt vor allem meinen griechischen Freunden für dieses wunderbare Olivenöl – und natürlich allen, die mir bei der Erstellung dieser Datenbank zur Seite gestanden sind. Ein besonderer Dank geht an Claude und die Zwillinge, ohne deren Mithilfe ein so rascher Aufbau dieser Seite nicht möglich gewesen wäre.

Das grüne Gold der Mani entdecken

Willkommen auf dem Experten-Portal für echtes Agureleo. Wir begleiten Sie von der ersten Blüte der Koroneiki-Olive im Frühjahr bis zum pfeffrigen Abgang des frisch gepressten, unfiltrierten Öls auf der Zunge. Tauchen Sie ein in die jahrtausendealte Tradition der Mani und erfahren Sie alles über die gesundheitlichen Vorteile und die handwerkliche Herstellung unseres flüssigen Goldes.

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