Foto: Urheber: Klaus Erhardt
Gesundheit und Beauty
Kann man mit Olivenöl Gallensteine loswerden?
Olivenöl regt die Gallenblase tatsächlich an – aber die bekannte Leberreinigungskur ist ein weit verbreiteter Irrtum, der sogar gefährlich werden kann.
☰ Inhalt dieses Artikels
Nach einer fetthaltigen Mahlzeit passiert im Körper etwas Sinnvolles. Die Gallenblase, ein kleiner Beutel unterhalb der Leber, zieht sich zusammen und presst gespeicherte Gallenflüssigkeit in den Darm. Diese Flüssigkeit zerlegt das Fett in winzige Tröpfchen, damit der Körper es besser aufnehmen kann. Olivenöl regt diesen Vorgang wegen seines Fettgehalts besonders zuverlässig an – das ist ein normaler, gesunder Ablauf, den jedes fetthaltige Essen auslöst. Aus dieser einfachen Tatsache ist im Internet eine weit verbreitete Kur entstanden, die mit echten Risiken verbunden ist. Bei der sogenannten Leberreinigung oder Gallenblasenspülung trinkt man über mehrere Tage verdünntes Bittersalz und am letzten Abend ein grosses Glas Olivenöl zusammen mit Grapefruitsaft. Am nächsten Morgen finden viele Anwender kleine grünliche Kügelchen im Stuhl – und halten sie für ausgeschwemmte Gallensteine.Die Vorstellung hinter der Kur – dass sich in feinen Kanälchen der Leber massenhaft kleine Steinchen ansammeln, die herausgespült werden könnten – entspricht zudem nicht dem heutigen medizinischen Wissen. Gallensteine bilden sich in der Gallenblase oder in den grösseren Gallenwegen, nicht als unsichtbarer Belag in der Leber selbst. Deutlich wichtiger als die Frage, ob die Kur wirkt, ist die Frage, ob sie schaden kann. Etwa 10 bis 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben Gallensteine – oft ohne Beschwerden und ohne es zu wissen. Laut US National Institutes of Health haben in den USA rund 20 Millionen Menschen Gallensteine, jährlich werden eine Million neue Fälle diagnostiziert. Bei Menschen mit vorhandenen Gallensteinen kann die plötzliche grosse Ölmenge die Gallenblase zu einer besonders kräftigen Kontraktion anregen. Dabei kann sich ein Stein in einem der schmalen Gallengänge verkeilen. Die Folge sind heftige, krampfartige Schmerzen – im ungünstigen Fall eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, weil deren Ausgang direkt neben dem Gallengang liegt und mitverstopft werden kann.
der Lancet-Befund:
Im Jahr 2005 veröffentlichte The Lancet eine Analyse des Royal Cornwall Hospital. Ärzte hatten die Kügelchen eines Patienten chemisch untersucht, der die Kur regelmässig durchführte. Das Ergebnis: Die Kügelchen bestanden überwiegend aus Fettsäuren – vor allem Ölsäure, dem Hauptbestandteil des Olivenöls. Sie sind kein Hinweis auf Gallensteine, die ausgespült wurden. Sie entstehen durch teilweise Verseifung des Olivenöls durch Verdauungssäfte und Zitronensaft im Darm. Beim Kontakt mit Galle nehmen sie deren grüne Farbe an. Der Patient hatte laut Ultraschall nach der Kur genau dieselbe Anzahl echter Gallensteine wie zuvor. Echte Gallensteine bestehen aus Cholesterin oder Bilirubin, sinken im Wasser, und die Mengen, die manche Anwender ausscheiden, würden in keiner Gallenblase Platz finden. The Lancet: Chemische Analyse zeigt – die Kügelchen bei der Leberspülung sind Seifenklumpen aus Olivenöl, keine echten Gallensteine.Langzeiteffekt statt Kurwunder
Für die Vorbeugung von Gallensteinen zeigt die Forschung ein deutlich unspektakuläreres, aber gut abgesichertes Bild. Eine 14-Jahres-Studie mit über 43.000 Männern zeigte: Hoher Konsum ungesättigter Fettsäuren – wie sie im Olivenöl vorkommen – war mit einem 18 Prozent geringeren Gallenstein-Risiko verbunden. Eine französische Studie mit 64.000 Frauen über 18 Jahre ergab: Enge Anlehnung an die mediterrane Ernährung senkte das Risiko einer Gallenblasenoperation um 11 Prozent. Olive Oil Times fasst die Ergebnisse der französischen Kohortenstudie (Barré et al., American Journal of Gastroenterology 2017) zur Gallenblasengesundheit und Mittelmeerdiät zusammen. Das ist ein langfristiger Effekt über Jahre regelmässigen Olivenöl-Konsums als Teil einer ausgewogenen Ernährung – keine Wirkung einer einmaligen Ölkur. Bereits vorhandene Steine lösen sich dabei nicht auf.Key Facts & Highlights
Olivenöl regt die Gallenblase an – das stimmt. Mit einer einmaligen Ölkur Gallensteine herauszuspülen, ist eine gefährliche Idee. Und wer bereits Gallensteine hat, sollte den grossen Schluck Olivenöl am Abend besser durch ein tägliches Maroulia Agureleo beim Essen ersetzen.Key Facts & Highlights
- Lancet-Analyse 2005: Kügelchen bei der Leberspülung bestehen chemisch aus Olivenöl-Fettsäuren – keine echten Gallensteine
- Gallensteine bilden sich in der Gallenblase oder Gallenwegen – nicht als Belag in Leberkanälchen
- 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen haben Gallensteine – oft ohne Beschwerden
- Bei vorhandenen Gallensteinen kann eine grosse Ölmenge Gallenkolik oder Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen
- Mediterrane Ernährung mit Olivenöl senkt das Gallenstein-Risiko langfristig – 11 Prozent weniger Gallenblasenoperationen in Kohortenstudie

Unser Mani-Versprechen
Erleben Sie den Unterschied von echtem, unfiltriertem Agureleo Olivenöl.
Jetzt Agureleo Olivenöl probieren »