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"Nimm Salz wie ein Geizhals, Essig wie ein Weiser, Olivenöl wie ein Verschwender..."

Detailaufnahme von hochwertigem Olivenöl – reich an gesunden Polyphenolen. Foto: Urheber: Klaus Erhardt (SA)
Gesundheit und Beauty: Vitalität aus der Olive

Wie nutzten die Menschen der Antike Olivenöl zur Körperpflege?

Lange vor der Seife war Olivenöl das Reinigungsmittel der Antike - von Athleten in der Palästra bis zu Priestern am Nil.

Key Facts & Highlights

  • Griechenland: Athleten ölten sich vor dem Sport ein und bestäubten sich mit Sand, danach folgte die Reinigung mit der Strigilis
  • Olivenölverbrauch Antike: rund 40 bis 50 Liter pro Bürger und Jahr, davon etwa 20 Liter für die Körperhygiene
  • Rom: Übernahm Öl und Strigilis von den Griechen, ergänzt durch parfümierte Öle in unguentaria
  • Ägypten: Olivenöl war meist importiertes Luxusgut, der Alltag nutzte eher Sesam-, Rizinus- oder Moringaöl
  • Papyrus Ebers, um 1500 v. Chr.: Beschreibt eine Reinigungspaste aus Ton oder Asche mit Öl
Bevor es Seife im heutigen Sinn gab, übernahm Olivenöl im gesamten östlichen Mittelmeerraum eine Aufgabe, die heute kaum noch bekannt ist: die tägliche Reinigung des Körpers. Das Prinzip war denkbar einfach. Öl wurde auf die Haut aufgetragen, band dort Schweiß, Staub und abgestorbene Hautschuppen, und wurde anschließend mit einem gebogenen Schabeisen wieder entfernt. Dieses Werkzeug, die Strigilis, gehörte zur Grundausstattung jedes Bades, jeder Palästra und jedes Gymnasions.

Griechenland - Öl, Sand und Strigilis:

Im Gymnasion entkleidete sich der Athlet vollständig, rieb seinen Körper mit Olivenöl ein und bestreute ihn danach mit feinem Sand. Öl und Sand regulierten die Körpertemperatur und schützten die unbedeckte Haut vor der Sonne. Bei Ringkämpfen verhinderte der Sand zudem, dass die Gegner zu leicht abrutschten. Nach dem Training wurde die Mischung aus Öl, Schweiß und Sand mit der Strigilis abgeschabt - eine Prozedur, die auf zahlreichen Vasenbildern und Statuen festgehalten ist. Der jährliche Olivenölverbrauch eines Bürgers in einem griechischen Stadtstaat lag bei rund 40 bis 50 Litern, davon allein etwa 20 Liter für die Körperhygiene.
Diese Praxis war kein Randphänomen, sondern fester Bestandteil der männlichen Erziehung. Körperliche Ertüchtigung und Körperpflege galten als untrennbar, und das Einölen vor dem Sport wurde ebenso selbstverständlich praktiziert wie das Abschaben danach. Rom übernahm dieses Verfahren nahezu unverändert von den Griechen und baute es zu einem gesellschaftlichen Ritual aus.

Rom - die Thermen als Bühne der Körperpflege:

Vor dem Baden im Tepidarium und Caldarium rieb man sich mit Olivenöl ein, das Schweiß, Talg und Schmutz band. Danach kam wieder die Strigilis zum Einsatz, ergänzt durch Schwämme. Zur römischen Badegarnitur gehörten meist ein bis zwei Schaber, ein Fläschchen mit Salböl und ein Handtuch. Parfümierte Öle wurden in kleinen Glasgefäßen, den unguentaria, gehandelt und mit Myrrhe, Narde oder Rosenextrakt versetzt. Echte Seife im heutigen Sinn war noch kaum verbreitet, als Alternativen dienten Lupinenmehl und Natron.
Auch römische Frauen setzten Olivenöl gezielt zur Hautpflege ein, es machte die Haut geschmeidig und diente als Basis für weitere Zusätze. In Ägypten liegt der Fall anders, als es die verbreitete Vorstellung nahelegt. Der Olivenbaum war dort nicht heimisch, und reines Olivenöl blieb über weite Strecken der ägyptischen Geschichte ein importiertes Gut aus der Levante und später aus Griechenland. Für den Alltag griff die Bevölkerung eher zu Sesam-, Rizinus- oder Moringaöl. Olivenöl selbst war teuer und wurde vor allem für Kultzwecke, zur Einbalsamierung und in der Kosmetik der Oberschicht verwendet.

Ägypten - Luxusgut statt Alltagsprodukt:

Der Papyrus Ebers, ein medizinisches Textkompendium aus der Zeit um 1500 vor Christus, beschreibt eine Reinigungspaste aus Ton oder Asche, vermischt mit Öl, die zur Körperreinigung und Hautpflege diente. Bei Bestattungsritualen wurden Mumienbinden mit duftenden Ölen getränkt, denen man Schutzkraft für die Seele zuschrieb. Der Salbungsritus, bei dem ein Pharao seinen höchsten Minister mit Öl salbte, war ein Zeichen der Machtübertragung. Olivenölbasierte Salben werden auch Kleopatra zugeschrieben, die für ihre aufwendige Hautpflege bekannt war.
So unterschiedlich Griechenland, Rom und Ägypten kulturell auch waren, im Umgang mit Olivenöl zeigt sich ein gemeinsames Prinzip. Öl war Reinigungsmittel, Schutz vor Sonne und Austrocknung, und zugleich Zeichen von Status und Wohlstand. Wer es sich leisten konnte, nutzte es reichlich, und wer es entbehren musste, griff auf einfachere pflanzliche Öle zurück.

Key Facts & Highlights

Bevor es Seife gab, war Öl die Seife der antiken Welt.
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