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warum bildet der Erzeugerpreis für Olivenöl die Olivenölqualität nicht ab?
Auf dem Olivenölmarkt bestimmen nicht die Erzeuger den Preis, sondern die Grosshändler. Wie das funktioniert, ist eine alte Geschichte.
Der Erzeugerpreis für natives Olivenöl extra lag in Griechenland 2008 noch bei etwa 3,50 Euro pro Kilogramm. Bis 2011 war er auf 2,05 Euro gesunken. Nicht weil die Qualität schlechter geworden wäre, sondern weil sich die Marktmacht verschoben hatte. Grosse Aufkäufer und Händler bestimmen durch ihre Marktstellung, die Beherrschung der Transportwege und die Bildung strategischer Lagerreserven den Preis auf dem Weltmarkt. Die kleinen Erzeuger, die in hügeligen Hainen mit Handarbeit produzieren, haben in diesem System kaum Verhandlungsmacht.Hinzu kommt eine strukturelle Intransparenz: Ein Olivenöl mit der Etikettaufschrift hergestellt aus Oliven aus EU- und Nicht-EU-Ländern kann Anteile aus Spanien, Tunesien, der Türkei oder Marokko enthalten – in wechselnden Mengen, je nach Verfügbarkeit und Preis der jeweiligen Ernte. Der Verbraucher kauft eine Marke, kein Produkt. Wer diese Zusammenhänge kennt, kauft anders: mit Jahrgangsangabe, klar deklarierter Herkunft und möglichst direktem Bezug vom Erzeuger.
Wie das Verschneidesystem den Preis verzerrt:
Die grossen, meist transnationalen Olivenölkonzerne kaufen Öl aus allen Anbaugebieten rund ums Mittelmeer auf, mischen verschiedene Jahrgänge und Qualitäten, und bringen das Ergebnis als einheitliche Marke in den Handel. Ziel ist nicht maximale Qualität, sondern gleichbleibender Geschmack bei minimalem Preis. Die EU-Subventionspolitik verstärkt diesen Effekt: Wer mehr produziert, bekommt mehr Förderung.Key Facts & Highlights
- Erzeugerpreis Griechenland: von 3,50 Euro (2008) auf 2,05 Euro/kg (2011) gefallen
- Verschnitt verschiedener Herkünfte und Jahrgänge ist Branchenstandard
- EU-Subventionen begünstigen Menge statt Qualität
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