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"Nimm Salz wie ein Geizhals, Essig wie ein Weiser, Olivenöl wie ein Verschwender..."

Detailaufnahme von hochwertigem Olivenöl – reich an gesunden Polyphenolen. Foto: Urheber: Klaus Erhardt
Gesundheit und Beauty

Wie schützt Olivenöl das Herz und die Gefässe?

Olivenöl ist das am besten erforschte pflanzliche Fett in der Herzgesundheit. Die Schutzwirkung beruht auf zwei gut belegten Mechanismen – und beide zusammen sind mehr als die Summe ihrer Teile.
Die herzschützende Wirkung von nativem Olivenöl extra ist wissenschaftlich gut belegt. Sie beruht auf zwei unabhängigen, sich ergänzenden Mechanismen: der Fettsäurezusammensetzung und den Polyphenolen. Beide wirken auf das Herz-Kreislauf-System – auf unterschiedlichen Wegen.

Fettsäuren, LDL und das Verhältnis, das zählt:

Olivenöl besteht zu rund 70 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren, vorwiegend Ölsäure. Diese Fettsäure hilft, LDL-Cholesterin im Blut zu senken und gleichzeitig das schützende HDL-Cholesterin zu erhöhen. Das Verhältnis beider Werte zueinander ist für das Herzinfarktrisiko aussagekräftiger als der Gesamtcholesterinwert allein. Polyphenole aus nativem Olivenöl extra schützen LDL vor Oxidation. Erst oxidiertes LDL löst die Entzündungskaskade in der Gefässwand aus, die zur Arteriosklerose führt. Eine grosse randomisierte Crossover-Studie mit 200 gesunden Männern (EUROLIVE) zeigte: Olivenöl mit hohem Polyphenolgehalt senkte oxidiertes LDL messbar stärker als Olivenöl mit niedrigem Polyphenolgehalt. Die Wirkung stieg linear mit dem Phenolgehalt des Öls.
Der zweite Wirkmechanismus betrifft die Blutgefässe direkt. Polyphenole aus Olivenöl können Gefässe erweitern, den Blutfluss verbessern und den Blutdruck senken. Dieser Effekt ist nach aktuellem Forschungsstand auf die Polyphenole zurückzuführen, nicht auf die Fettsäuren allein. Studien zeigen, dass phenolreiches Olivenöl den Blutdruck stärker senkt als phenolärmeres – der Unterschied liegt in den Polyphenolen. Dazu kommen entzündungshemmende Eigenschaften durch Oleocanthal, das bisher in keinem anderen Speiseöl in dieser Form nachgewiesen wurde. Forscher haben ausserdem festgestellt, dass beim Verzehr von Olivenöl zusammen mit Gemüse sogenannte Nitro-Fettsäuren entstehen können, denen ebenfalls eine blutdrucksenkende Wirkung zugeschrieben wird – ein Synergie-Effekt, der bei isolierten Nahrungsergänzungsmitteln nicht auftritt.

Der Polyphenolgehalt entscheidet über die Wirktiefe:

Hochwertige native Olivenöle extra mit messbarem Polyphenolgehalt zeigen die beschriebenen Schutzwirkungen. Raffiniertes Olivenöl und einfaches Olivenöl enthalten kaum noch Polyphenole – die herzschützenden Eigenschaften beruhen dann allein auf der Fettsäurezusammensetzung. Das ist günstiger als gesättigte Fette, aber erheblich schwächer als ein polyphenolreiches Frühernteöl. Der EFSA-Grenzwert für einen offiziellen Gesundheitshinweis liegt bei 250 mg Polyphenolen pro Kilogramm Öl. Frühernteöle aus der Koroneiki-Olive, wie sie auf dem Osthang des Taygetos wachsen, erreichen und überschreiten diesen Wert regelmässig.
Die Datenlage ist überzeugend. Eine grosse Kohortenstudie der Harvard T.H. Chan School of Public Health (2020, Journal of the American College of Cardiology) zeigte: Der Verzehr von mehr als einem halben Esslöffel Olivenöl täglich senkte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 15 Prozent und das Risiko für koronare Herzerkrankungen um 21 Prozent. Olivenöl ersetzt keine medizinische Behandlung bei bestehenden Herzerkrankungen. Als täglicher Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung hat es eine Schutzwirkung, die in der Wissenschaft als gut belegt gilt.

Key Facts & Highlights

Herzschutz durch Olivenöl funktioniert als tägliche Ernährungsgewohnheit – und ein Frühernteöl wie das Maroulia, das den EFSA-Grenzwert deutlich überschreitet, bringt dabei die volle Wirktiefe mit.
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