Foto: Urheber: Klaus Erhardt (SA)
Traditioneller Olivenanbau in der Mani
Welche Schädlinge bedrohen den Olivenbaum – und warum wird die Olivenfliege zum Ernstfall?
Die Olivenfliege ist der gefährlichste Schädling im Olivenanbau – und der Klimawandel verschärft die Lage dramatisch.
Die Olivenfliege (Bactrocera oleae) ist seit Jahrtausenden der bedeutendste Schädling im Olivenanbau. Sie legt ihre Eier bevorzugt in reifende Olivenfrüchte. Die daraus schlüpfenden Larven fressen sich durch das Fruchtfleisch, was zu Fäulnis, erhöhten Fettsäurewerten und zum vorzeitigen Abfallen der Früchte führt. Ein einziges Weibchen kann Hunderte von Eiern ablegen – ein starker Befall kann innerhalb weniger Wochen ganze Ernten zerstören. Quantitative und qualitative Schäden können bis zu 15 Prozent der jährlichen Produktion ausmachen. Für Frühernteöl wie das Agureleo ist die Lage besonders heikel: Wird die Fruchtschale der grünen Olive durch frühen Sommerregen vorzeitig weich, wird sie für die Eiablage der Fliege zugänglich – das Öl verdirbt noch am Baum, bevor die Ernte überhaupt beginnen kann. In der südlichen Mani setzt der erste kräftige Herbstregen typischerweise erst Ende September ein. Diese späte Trockenphase ist ein natürlicher Schutz: Die Oliven bleiben bis dahin klein, hart und weitgehend unzugänglich für den Schädling. In nördlicheren oder feuchteren Anbaugebieten dagegen beginnt die Fliege früher, und der Druck auf die Bauern wächst von Jahr zu Jahr.Der Klimawandel verändert die Situation grundlegend. Milde Winter lassen die Fliegenpopulationen nicht mehr ausreichend zusammenbrechen – ein strenger Frost wäre der wirksamste natürliche Regulator, bleibt aber zunehmend aus. Die Folge: Grosse Populationen überstehen den Winter und starten früher und aggressiver in die neue Saison. Im Anbaujahr 2025 meldeten mehrere Regionen im Mittelmeerraum einen Befall, der stellenweise nahezu 100 Prozent der Früchte betraf. Die wirtschaftlichen Folgen sind für Kleinbauern existenzbedrohend.Was bedeutet das für die Mani? Das Feuerbakterium ist bisher nicht in griechischen Olivenhainen nachgewiesen worden. Die griechischen Behörden beobachten die Ausbreitung mit grosser Sorge und haben Vorsorgemassnahmen ergriffen. Da Zikaden als Vektoren im gesamten Mittelmeerraum verbreitet sind, ist das Risiko einer Einschleppung real. Was die Mani und ihre Koroneiki-Hochstammkulturen schützt, ist vor allem die geografische Lage: die Trockenheit, der karge Kalksteinboden und die Isolation der Region. Kein Schutz der hält, wenn der Klimawandel die natürlichen Barrieren weiter abbaut.
Weitere Schädlinge im Olivenanbau:
Neben der Olivenfliege gibt es weitere Schädlinge, die Schaden anrichten können: Die Olivenmotte (Prays oleae) befällt Blüten, junge Triebe und Früchte in drei Generationen pro Jahr. Die Olivenschildlaus schwächt den Baum durch Saugen an Rinde und Zweigen und begünstigt Rußtaupilze. Der polsterförmige Feuerschwamm ist ein Pilzschädling, der vor allem in feuchten Jahren auftritt. In der biologischen Bewirtschaftung werden Schlupfwespen als natürliche Feinde der Olivenfliege eingesetzt, ergänzt durch Klebefallen mit Pheromonen oder Rotweinessig-Lockstoffen. Im konventionellen Anbau kommen spinosadhaltige Mittel sowie kupferbasierte Präparate zum Einsatz.Xylella fastidiosa – das Feuerbakterium:
Neben tierischen Schädlingen bedroht ein weiterer Feind die Olivenhaine Europas: das Bakterium Xylella fastidiosa. Es verstopft die Leitgefässe des Baums und blockiert den Wasser- und Nährstofftransport – die Bäume sterben von den Astspitzen her ab. Erstmals 2013 in Apulien (Süditalien) nachgewiesen, hat sich das Bakterium seitdem rasant ausgebreitet. Bis 2019 galten in Apulien bereits über 50.000 Hektar als verloren, mit rund 4 Millionen nicht mehr produktiven Olivenbäumen. Inzwischen wurden Xylella-Herde auch in Spanien, Frankreich und Portugal gefunden. Übertragen wird das Bakterium durch pflanzensaftsaugende Insekten, vor allem Zikaden. Eine Behandlung existiert nicht – befallene Bäume werden gefällt und verbrannt. In Apulien wurden inzwischen drei verschiedene Xylella-Stämme identifiziert, darunter Varianten, die auch Weinreben und Mandelbäume bedrohen. Forscher arbeiten an resistenten Sorten die Olivensorte Fs-17 ('Favolosa') und Leccino zeigen erste Anzeichen von Widerstandsfähigkeit.Key Facts & Highlights
- Olivenfliege: grösster Schädling im Olivenanbau, bis zu 15 % Ernteverlust pro Jahr möglich
- Klimawandel: milde Winter stärken Fliegenpopulationen – 2025 stellenweise Totalbefall
- Frühernteöl: besonders gefährdet bei frühem Sommerregen, der die Fruchtschale vorzeitig weich macht
- Xylella fastidiosa: Feuerbakterium seit 2013 in Süditalien – über 4 Millionen tote Olivenbäume bis 2019
- Ausbreitung: Spanien, Frankreich, Portugal bereits betroffen – Griechenland bisher verschont
- Kein Gegenmittel gegen Xylella: Prävention, Früherkennung und resistente Sorten sind der einzige Weg

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