Foto: Urheber: Klaus Erhardt (SA)
Gesundheit und Beauty: Vitalität aus der Olive
Kann Olivenoel das Krebsrisiko senken?
Was Studien zu Olivenöl und Krebsrisiko zeigen, und was sie ausdrücklich nicht zeigen, eine Ernährungsfrage, keine Behandlungsfrage.
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Key Facts & Highlights
- Eine Zusatzauswertung der PREDIMED-Studie fand bei Frauen mit hohem Olivenölkonsum selteneren Brustkrebs, bei kleiner Fallzahl von 35 Erkrankungen
- Der leitende Studienautor selbst wies auf die eingeschränkte Aussagekraft dieser nachträglichen Auswertung hin
- Laborversuche zeigen einen möglichen Mechanismus über die Hemmung neuer Blutgefäße im Tumor, bislang nicht am Menschen bestätigt
- Bei Prostatakrebs existieren vor allem allgemeine Ernährungsempfehlungen, kein spezifisch nachgewiesener Olivenöl-Effekt
- Ein möglicher, bisher nicht untersuchter Zusammenhang besteht über den Einfluss von Olivenöl auf Testosteron bei hormonabhängigen Krebsarten
Bevor es um einzelne Studien geht, eine klare Vorbemerkung. In diesem Beitrag geht es ausschließlich um mögliche Zusammenhänge zwischen der Ernährung einer großen Gruppe von Menschen und ihrem statistischen Krebsrisiko. Es geht nicht um die Behandlung einer bestehenden Krebserkrankung, dafür ist ausschließlich die ärztliche Therapie zuständig, kein Lebensmittel, egal wie hochwertig. Am ehesten untersucht ist der Zusammenhang mit Brustkrebs. Im Rahmen der großen spanischen PREDIMED-Studie, die eigentlich zur Herzgesundheit angelegt war, wurde bei den teilnehmenden Frauen zusätzlich ausgewertet, wie oft Brustkrebs auftrat. Frauen, die zusätzlich reichlich Olivenöl bekamen, erkrankten in dieser Auswertung seltener als Frauen der Vergleichsgruppe. Wichtig für die richtige Einordnung, das war eine nachträgliche Zusatzauswertung, keine von Anfang an für diese Fragestellung geplante Untersuchung, und die Zahl der insgesamt aufgetretenen Erkrankungen war mit 35 Fällen recht klein. Der leitende Wissenschaftler dieser Studie wies später selbst darauf hin, dass die Aussagekraft dadurch eingeschränkt ist.Auf der Laborebene gibt es ergänzende Befunde. In Zellkultur-Untersuchungen konnten bestimmte Pflanzenstoffe aus Olivenöl die Neubildung kleiner Blutgefäße hemmen, die ein wachsender Tumor benötigt, um sich mit Nährstoffen zu versorgen. Das ist ein plausibler biologischer Mechanismus, aber ausdrücklich ein Laborbefund an Zellen, kein Nachweis, dass derselbe Effekt im menschlichen Körper in relevantem Ausmaß auftritt. Bei Prostatakrebs ist die Studienlage insgesamt dünner, hier existieren vor allem allgemeine Ernährungsempfehlungen im Rahmen einer insgesamt fettärmeren, gemüsereichen Kost, in der Olivenöl als bevorzugtes Fett empfohlen wird, ohne dass daraus ein eigenständiger, speziell nachgewiesener Schutzeffekt von Olivenöl abgeleitet werden kann.Zusammengefasst zeigt sich bei Krebs ein deutlich vorsichtigeres Bild, als es bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes der Fall ist. Es gibt ernstzunehmende Hinweise, vor allem zu Brustkrebs, aber keinen der dort erreichten Beweisstärke vergleichbaren Nachweis.
Warum ein statistischer Zusammenhang kein Beweis ist:
Wenn eine große Gruppe Menschen, die viel Olivenöl isst, seltener an einer bestimmten Krankheit erkrankt, heißt das nicht automatisch, dass das Öl die Ursache dafür ist. Menschen mit hohem Olivenölkonsum leben oft insgesamt gesünder, bewegen sich mehr, rauchen seltener oder gehen häufiger zur Vorsorge, all das kann das Ergebnis mit beeinflussen, ohne dass die Studie das vollständig herausrechnen kann. Ein solcher Zusammenhang ist ein Hinweis, der weitere Forschung rechtfertigt, aber kein Nachweis, dass Olivenöl bei einer einzelnen Person das persönliche Krebsrisiko senkt.Die Verbindung zu Hormonen:
Brustkrebs und Prostatakrebs zählen zu den hormonabhängigen Krebsarten, ihr Wachstum kann durch Östrogen beziehungsweise Testosteron beeinflusst werden. Andere Untersuchungen fanden, dass Olivenölkonsum bei Männern mit einem leicht höheren Testosteronspiegel einhergehen kann. Ob diese beiden Beobachtungen etwas miteinander zu tun haben, in die eine oder andere Richtung, ist bislang nicht untersucht. Das ist ein Beispiel dafür, wie unterschiedliche Forschungsergebnisse zueinander in Beziehung stehen könnten, ohne dass daraus bereits eine gesicherte Aussage folgt.Key Facts & Highlights
Bei Krebs liefert Olivenöl interessante Forschungsansätze, aber keine Gewissheit, und in keinem Fall einen Ersatz für ärztliche Vorsorge oder Behandlung.
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